Schulvermeidung

In der Regel ist das Besuchen der Schule für Kinder eine aufregende und interessante Angelegenheit. Dort treffen sie ihre Freunde und lernen viele neue Dinge.
Einige Kinder lehnen den Schulbesuch jedoch ab. Die Gründe für ein Fernbleiben vom Unterreicht sind nicht einheitlich, sondern beruhen auf verschiedenen Ursachen und Hintergründen. Während manche Schüler nur vereinzelt fehlen, bleiben andere Kinder und Jugendliche dem Unterricht oft über Wochen oder gar Monate komplett fern.

Motivation für Schulvermeidung

Bei jeder Art von Schulvermeidung gilt, dass sie aus Sicht des Kindes einen Sinn ergibt. Durch sein Fernbleiben vom Unterricht vermeidet es eine negativ besetzte Situation bzw. entflieht ihr. Die Vermeidung bringt dann vorübergehend eine gefühlsmäßige Erleichterung.
Später können allerdings Schuldgefühle auftreten, da die Erwartungen von Lehrern und Eltern (und evtl. auch die eigenen) nicht erfüllt wurden. Diese Schuldgefühle belasten das Kind zusätzlich oder lösen noch mehr Angst vor der Rückkehr in die Schule aus. Die Schulverweigerung verstärkt sich selbst immer weiter. Der Schüler steckt in einem Teufelskreis.

Drei Formen der Schulvermeidung: Schulschwänzen, Schulangst, Schulphobie

Schulschwänzen
Schulangst
Schulphobie
Fernbleiben von der Schule ohne Wissen der Eltern mit Wissen der Eltern mit Wissen der Eltern
körperliche Symptome fehlen häufig stark
Persönlichkeit oppositionell ängstlich-empfindsam ängstlich-empfindsam, depressiv, verschlossen
Lernstörung häufig, Lernmotivation niedrig häufig, Lernmotivation gestört selten, Lernmotivation sehr hoch
zentrales Motiv Vermeiden unlustgeprägter Situationen durch Wechsel in für den Schüler interessante Aktivitäten Vermeiden der Schulsituation aus Angst vor Kränkung / Demütigung Angst vor Trennung von Zuhause

 

Therapie

Je früher die Störung erkannt wird, umso besser sind die Heilungschancen.
Das frühzeitige Entdecken der Anzeichen sowie eine gezielte Diagnostik und Therapie kann betroffene Kinder vor weiteren Problemen wie Entwicklungsverzögerungen, sozialen Integrations- oder psychischen Problemen bewahren.
Dafür ist eine schnelle Reaktion der Eltern oder Lehrer auf das schulvermeidende Verhalten wichtig.
Für alle Störungen bietet sich ein verhaltenstherapeutisches Vorgehen an.
Die konsequente Einbindung der Eltern in die Therapie ist wichtig, da die Schulvermeidung auch aus Trennungsangst von der oder den primären Bezugspersonen erfolgen kann.